Hepatitis

Hepatitis

Hepatitis…nennt man eine Entzündung der Leber.

Die Leber ist das größte innere Organ unseres Körpers, und sorgt z.B. für die Verstoffwechselung der aufgenommenen Nahrungsmittel. Sie entgiftet Abfallprodukte und Schadstoffe. Sie kann als außerordentlich leistungsfähiges Labor des menschlichen und tierischen Körpers betrachtet werden.
Ohne Leber sind Mensch und Tier nicht lebensfähig.

Für eine Hepatitis können zahlreiche Ursachen verantwortlich sein. Viren, Bakterien und Parasiten können ebenso Ursache sein, wie übermäßiger Alkoholkonsum, Medikamente wie Carbamazepin, Ibuprofen, Diclofenac, toxische Chemikalien und Autoimmunerkankungen.

Am häufigsten sind Viren Ursache einer Hepatitis. Bisher sind 6 verschiedene Virustypen bekannt. A; B; C; D,E und F. Bei Drogenkonsumenten sind vor allem Hepatitis B und C anzutreffen.

Hepatitis B:

Weltweit haben ca. 2 Milliarden Menschen eine Hepatitis B Infektion durchgemacht.
5 bis 7 % haben eine chronische Hepatitis B, diese können auch die Infektion weitergeben.
In Deutschland haben ca. 7 % der Bevölkerung eine Hepatitis B durchgemacht, aber nur 0,6 % haben eine chronische Hepatitis B.

Infektionswege sind: ungeschützter Geschlechtsverkehr, intravenöser (i.v.) Drogenkonsum, Übertragung von der Mutter auf das Kind während der Geburt. Hepatitis B Viren kommen im Blut, Blutplasma, im Sperma und im Scheidensekret vor. Schon eine geringe Anzahl von Viren reicht aus, um sich zu infizieren.

Die Inkubationszeit beträgt 40 bis 160 Tage.

Die Infektion macht zu Beginn kaum Symptome, weshalb sie oft nicht bemerkt wird.
Später kann es zur Appetitminderung kommen, zur Abneigung gegen bestimmte Speisen, zu Übelkeit, Erbrechen, allgemeines Unwohlsein, Muskel und Gelenkschmerzen und leichtes Fieber.

Im weiteren Verlauf kommt es bei ca. 60 % zum sog. Ikterus. Das bedeutet, Haut, Schleimhäute und das Weiße im Auge färben sich gelb, der Stuhl wird hell, der Urin färbt sich dunkel.

Nach dieser akuten Phase kommt es bei über 90% zur Besserung und zur vollständigen Heilung. Dieser Heilungsprozess dauert ca. 4 bis 6 Wochen.

Bei bis zu 10% der Erwachsenen und bei bis zu 90% der Neugeborenen entwickelt sich aus der akuten Hepatitis B ein chronischer Verlauf. Dieser ist oft symptomlos, bei einem Teil kommt es aber zu Beschwerden wie ständige Müdigkeit, Gelenk und Muskelschmerzen und ein Druckgefühl im rechten Oberbauch.

Bei Menschen mit einem chronischen Verlauf einer Hepatitis B ist die Gefahr der Entwicklung einer Leberzirrhose (Schrumpfleber) und eines Leberkrebses deutlich erhöht.

Allerdings erst im Verlauf von bis zu 20 Jahren.

Eine gefährliche Komplikation kann entstehen, wenn Menschen mit einer akuten oder chronischen Hepatitis B Infektion sich gleichzeitig mit Hepatitis D Viren infizieren. Dieses kann sich nur in Anwesenheit des Hepatitis B Virus vermehren. Die Gefahr eines chronischen Verlaufs ist wesentlich erhöht, und es kann akut zu schweren Krankheitsverläufen kommen.

Eine akute Hepatitis B wird vorwiegend nur symptomatisch behandelt: mit Bettruhe, Vermeiden anstrengender Tätigkeiten, Alkoholverbot und dem Weglassen leberschädigender Medikamente, wie z.B. bestimmte Schmerzmedikamente und die „Pille“.

Bei schweren Verläufen einer akuten Hepatitis B kann eine Behandlung mit einem Medikament, welches gegen Viren wirksam ist (Lamivudin), indiziert sein.

Bei chronischen Hepatitis B Infektionen unterscheidet man durch Bestimmung bestimmter Laborwerte zwischen einer aktiven, und einer ruhenden Form. Die aktive Verlaufsform sollte ebenfalls mit Lamivudin behandelt werden, weil ansonsten die Gefahr von Leberzirrhose und Leberkrebs deutlich erhöht ist.

Gegen Hepatitis B gibt es eine wirksame Impfung. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sollten geimpft werden, ebenso Mitarbeiter im medizinischen Berufen und Menschen, die sich bereits mit dem Hepatitis C Virus infiziert haben. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten.

Es gibt auch einen kombinierten Impfstoff gegen Hepatitis A und B.

Hepatitis C:

Das Hepatitis C Virus wurde erst Ende der 80er Jahre entdeckt. Vorher waren Übertragungen durch Blut und Blutprodukte sehr häufig. Seither werden diese streng kontrolliert. Besonders gefährdet waren Bluter (Hämophilie-Patienten), die bei Operationen auf Bluttransfusionen und Medikamente angewiesen waren, die aus menschlichem Blut hergestellt werden.

Besonders gefährdet sind heute Konsumenten von Drogen, wenn diese intravenös injiziert werden, und die Spritzutensilien geteilt werden. Die Infektionsraten von intravenös konsumierenden Drogenabhängigen liegen bei 80 bis 90 %.

Tätowierungen und Piercings können Infektionsquellen sein, besonders wenn diese nicht in professionellen Studios durchgeführt werden.

Beim medizinischen Personal können es ungewollte Nadelstichverletzungen sein.

Infektionen durch sexuelle Kontakte führen im Gegensatz zur Hepatitis B eher selten zur Infektion, sind aber nicht ausgeschlossen.

Das Risiko der Übertragung des Virus von der schwangeren infizierten Mutter auf das Kind liegt bei unter 5 %. Eine Infektion des Kindes durchs Stillen ist zwar theoretisch möglich, wurde aber bisher noch nie nachgewiesen.

Etwa 2 bis 3 Prozent der Weltbevölkerung sind mit Hepatitis C Viren (HCV) infiziert. In Deutschland sind es 0,7 %, es gibt Länder mit bis zu 40 % Infizierten, z.B. in Ländern Asiens, Afrikas und Südamerikas.

Die Inkubationszeit beträgt bei der Hepatitis C 2 bis 26 Wochen.

Beim Verlauf wird zwischen einer akuten und einer chronischen Hepatitis C unterschieden.

Eine akute Hepatitis C hat zu Beginn meist nur geringe, unspezifische Symptome, die auch an einen leichten grippalen Infekt denken lassen.
Dazu können gehören: Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit, Übelkeit, leichtes Fieber, ev. Druckgefühl im rechten Oberbauch.

Gelbfärbungen der Haut, der Schleimhäute und der Augen zeigen sich nur bei 20%.

20 bis 30 % der akuten Hepatitis C Infektionen heilen aus.
0,5 bis 1 % zeigen einen lebensbedrohlichen Verlauf und 20 bis 30 % gehen in eine chronische Verlaufsform über.
Allerdings können Hepatitis C Infektionen auch bei wenigen Prozent spontan ausheilen.

Bei den meisten chronisch Infizierten zeigen sich nur milde Symptome, wie Müdigkeit, verminderte Leistungsfähigkeit, leichte Oberbauch- und Gelenkbeschwerden. Diese werden oft nicht mit einer Hepatitis C Infektion in Verbindung gebracht.
Die Diagnostik einer Leberinfektion gehört auch heute noch nicht zum Standardprogramm vieler Krankenhäuser und niedergelassenen Ärzte.
Die Gefahr einer chronischen Hepatitis C Infektion ist die schleichende Entwicklung einer Leberzirrhose und auch eines Leberkrebses, wenn auch erst nach 15 bis 20 Jahren.
Viele Infizierte wissen allerdings nicht wie und wann sie sich angesteckt haben. So können viele Jahre vergangen sein, bevor sie oft durch Zufall erstmalig diagnostiziert werden.

Die Behandlung der chronischen Hepatitis C erfolgt heute mit einer Kombinationstherapie pegyliertem Interferon alpha und dem Virustatikum Ribavirin. Die Behandlungsdauer wird heute individuell festgelegt, und beträgt meist zwischen 24 und 48 Wochen, kürzere, aber auch längere Behandlungszeiten sind möglich.
Ziel der Behandlung ist, dass kein Virus mehr nachweisbar ist. Je schneller dies im Verlauf der Behandlung eintritt, desto günstiger ist die Prognose. Auch der Genotyp des Virus beeinflusst den Erfolg. Die Wahrscheinlichkeit einer Heilung ist bei den Genotypen 2 und 3 höher, als bei Typ 1. Allerdings wird in diesem Bereich viel geforscht, und es werden ständig Fortschritte gemacht.

Bei der Behandlung von infizierten Drogenabhängigen werden heute substituierte Opiatabhängige lieber behandelt, als Abhängige, die sich nicht in einem Ersatzdrogenprogramm befinden. Die Zuverlässigkeit ist bei Substituierten höher, die Gefahr des Abbruchs geringer. Die Behandlung einer Hepatitis C ist sehr teuer, die Kosten übernehmen die Krankenkassen.

Die Hepatitis C Infektion hinterlässt auch bei einer spontanen Heilung oder nach einer erfolgreichen Behandlung keine Immunität. Man kann sich also jederzeit wieder anstecken, auch mit dem gleichen Genotyp.

Eine Impfung gegen Hepatitis C ist heute noch nicht möglich.