Kokain

Kokain

Kokain….auch „Weißes, Koks, Schnee, Puder“ genannt, ist ein kristallines Pulver, das aus den Blättern des Cocastrauchs hergestellt wird.
Der Hauptwirkstoff ist Kokain-Hydrochlorid. Es ist wasserlöslich und wird nasal konsumiert (geschnupft, gesnieft) und intravenös injiziert.

Kokainbase (Freebase) ist ein Zwischenprodukt bei der Herstellung von Kokain-Hydrochlorid. Es hat die Form einer Paste, ist nicht wasserlöslich, und wird überwiegend geraucht.

Crack wird aus Kokain-Hydrochlorid und Natriumhydrogencarbonat hergestellt. Es sind gelblich-rosafarbene Steine und wird in kleinen Pfeifen geraucht. Es wirkt sehr schnell, aber auch nur sehr kurz, d.h. nur wenige Minuten und hat das höchste Abhängigkeitspotential.

Kokain ist teuer, weltweit werden damit riesige Gewinne gemacht. In Mexiko tobt seit Jahren ein Krieg zwischen Drogenkartellen und der Polizei, der bisher mehr Tote gefordert hat, als der Krieg in Afghanistan.
Kokain ist häufig mit Streckmitteln versetzt, deren Zusammensetzung meist unbekannt ist, und für den Konsumenten gefährlich werden kann.

Kokain in jeder Form hat eine stimulierende, euphorisierende Wirkung. Es dämpft das Hungergefühl, führt zu erhöhter Aktivität, und vermeintlich gesteigerter Leistungsfähigkeit. Es wirkt durch Erhöhung der Konzentrationen der Neurotransmitter (Botenstoffe) Dopamin, Serotonin und Noradrenalin im synaptischen Spalt. Dadurch können auch psychische Symptome wie Nervosität, Angstzustände, Panikattacken und Wahnvorstellungen auftreten.
Die Intensität und Dauer der Wirkung hängt von der Konsumform ab. Allerdings kommt es schnell zur Gewöhnung an die Substanz, d.h. die Intensität und Dauer der Wirkung nehmen ab. Das „Craving“, das starke Verlangen nach erneutem Konsum, wird immer drängender und tritt bald schon kurz nach dem letzten Konsum auf. Erneuter Konsum mit höheren Dosierungen ist die Folge.
Bei Langzeitkonsum, v.a. wenn er in jungen Jahren beginnt, können deutliche Persönlichkeitsveränderungen entstehen. Oft werden erhebliche Schulden werden gemacht, Beziehungen und Familien brechen auseinander. Der Arbeitsplatz geht oft verloren.

Kokain führt zu einer Verengung der Blutgefäße und zu erhöhtem Blutdruck. Es kann zu Herzrhythmusstörungen kommen und zu Herz- und Hirninfarkten, sowie zu Blutungen im Gehirn.
Bei Langzeitkonsum kommt es zu starkem Gewichtsverlust und zu Schädigungen des Nervensystems, der Blutgefäße, des Herzens und der Leber.

Beim Sniefen werden die Schleimhäute und die Nasennebenhöhlen geschädigt, in der Nasenscheidewand können Löcher entstehen. Beim Rauchen werden Bronchien und Lungen geschädigt.

Anzeichen von lebensgefährlichen Überdosierungen sind: erweiterte Pupillen, Koordinationsstörungen, Händezittern, unregelmäßige Atmung, Herzrhythmusstörungen, starke Unruhe, Aggressivität, Ängstlichkeit, Wahnvorstellungen und Halluzinationen.
Dabei kann es zu aggressiven Impulshandlungen kommen.

Durch Kokainkonsum in der Schwangerschaft kann es zu Frühgeburten kommen, oder zum Absterben des Foetus. Auch zu Missbildungen des Kindes. Die Kinder zeigen später nicht selten Verhaltensauffälligkeiten.

Durch erhöhten Konsum kann es zu Wahnvorstellungen kommen. Besonders typisch ist der Dermatozoenwahn: die Betroffenen glauben, Insekten krabbeln unter ihrer Haut. Dies kann auch über lange Zeit nach Beendigung des Konsums bestehen bleiben. Aber auch andere Wahnformen kommen vor, z.B. Verfolgungs-, Beobachtungs- und Beeinflussungswahn.

Kokain hat ein sehr hohes psychisches Abhängigkeitspotential. Eine Substitution wie beim Heroin gibt es nicht, medikamentös können ev. die Langzeitfolgen, v.a. die Depressionen abgemildert werden. Dies ist aber nur erfolgreich, wenn es dem Konsumenten gelingt, den Konsum zu beenden. Vorübergehend können Beruhigungsmittel (keine Benzodiazepine !) eingesetzt werden.

Das starke Craving lässt in der Regel nach wenigen Wochen deutlich nach, kann aber noch nach Jahren durch Schlüsselreize (Musik, Gerüche, Bilder) oder den Aufenthalt an Orten früheren Konsums wiederaufflammen.