Psychiatrische Sprechstunde
Substanzmissbrauch und Substanzabhängigkeit sind seit Ende der 60er Jahre als psychiatrische Erkrankungen anerkannt, mit überwiegend chronischem Verlauf.
In vielen Fällen gibt es bereits vor Beginn des Substanzgebrauchs Hinweise auf psychische Probleme, die auch oft zum Beginn des Missbrauchs führen. Dabei kann es sich z.B. um Angstzustände handeln, aber auch um Zwänge, Depressionen, Essstörungen, Psychosen und sog. posttraumatische Störungen nach traumatischen Erlebnissen.
Durch den Substanzkonsum können psychische Störungen aber auch erst hervorgerufen oder zumindest verstärkt werden.
Alle Substanzen mit Abhängigkeitspotential, also nicht nur sog. illegale Drogen, sondern auch Nikotin, Alkohol und verschiedene Psychopharmaka beeinflussen die Abläufe der Hirntätigkeit. Oft werden die Folgen kurzfristig als angenehm empfunden, langfristig können erheblich Schäden auftreten, mit psychischen Störungen, zu deren Linderung dann wieder Substanzen eingenommen werden. Ein verhängnisvoller Kreislauf, der eine dauerhafte Abstinenz verhindert, auch wenn der Betroffene dies durchaus wünscht.
Aufgabe der psychiatrischen Sprechstunde ist es, diese Ursachen / Folgen des Konsums psychoaktiver Substanzen zu erkennen, und Behandlungsmöglichkeiten aufzuzeigen.
